12.05.2026
Forschung bei Oticon – Künstliche Intelligenz, ein Schlüssel für die Hörversorgung von morgen
Hamburg, 12. Mai 2026 – Im Norden von Kopenhagen betreibt der dänische Hörsystemhersteller Oticon das Forschungszentrum Eriksholm. Seit 1977 erfolgt hier audiologische Grundlagenforschung, auf deren Basis im Mutterhaus modernste Hörsysteme entwickelt werden. Aktuell wird in Eriksholm intensiv daran geforscht, wie Künstliche Intelligenz (KI) die Audiologie voranbringen kann.
In einem Video verraten beteiligte Expert:innen unter anderem, wie Nutzer:innen von Hörsystemen auf dieser Basis künftig noch individueller versorgt werden können.
Die Unterstützung für Menschen mit Hörminderung auf ein immer neues Niveau zu heben – dieser Mission dient in Eriksholm ein globales Forschungsnetzwerk von Audiolog:innen und Neurowissen-schaftler:innen. Diese haben zuletzt das revolutionäre, KI-basierte BrainHearingTM-Konzept entwickelt. Dafür wurde ein Deep Neural Network (DNN) mit Millionen realen Klangszenarien trainiert, um Nutzer:innen ein möglichst natürliches Hörerlebnis zu bieten. Heute ist das DNN der zweiten Generation bereits in zahlreiche Hörsysteme von Oticon integriert.
Aber das ist längst nicht alles. In dem aktuellen Video stellen Expert:innen aus Eriksholm vor, was aus ihrer Sicht die größten Herausforderungen hinsichtlich der Hörversorgung von morgen sind und wie sie diese mit Hilfe von KI bewältigen wollen. Ein Überblick:
Einsatzgebiete von KI bei der allgemeinen Versorgung mit Hörsysteme
Sprachverstehen. Sprache in geräuschvollen Umgebungen zu verstehen, ist schon für Normalhörende anstrengend, für Menschen mit Hörverlust umso mehr. Für sie ist mangelndes Sprachverstehen sogar ein Hauptgrund für Beschwerden bei der Nutzung ihres Hörsystems. Oticons BrainHearingTM steht für personalisierte Signalverarbeitung, das Erkennen und Bedienen individueller Hörintentionen und damit auch für besseres Sprachverstehen in geräuschvollen Umgebungen. Doch wie schon erwähnt, Oticons Mission kennt keinen Stillstand. Mit Hilfe von KI sollen hier weitere Schritte folgen.
Erwartungsmanagement. Fast alle Nutzer:innen benötigen eine gewisse Zeit, um sich an ihr Hörsystem zu gewöhnen. Mit anpassungsfähigeren und intuitiveren Hörsystemen, inklusive KI-gesteuerten Klangverarbeitungsstrategien, soll dieser Prozess unterstützt bzw. beschleunigt werden – idealerweise so, dass sich Nutzer:innen vom ersten Moment an wohlfühlen.
Verschiedenes. Der Einsatz von KI soll auch Hörakustiker:innen entlasten. Moderne Hörsysteme werden immer „intelligenter“, verfügen über fortschrittlichste Geräuschunterdrückungssysteme, unterstützende Algorithmen usw., die in der Anpassungssoftware Berücksichtigung finden müssen. Hier sehen die Eriksholmer Expert:innen Vorteile in KI-gesteuerter Softwareentwicklung.
Dass der Bedarf an einer Versorgung mit Hörsystemen in unserer alternden Gesellschaft zunimmt, erhöht gleichzeitig den Druck auf die niedergelassenen Hörakustiker:innen. Hier kommt KI auch für ein effizienteres Termin- bzw. Betreuungsmanagement infrage.
Zudem ebnet Künstliche Intelligenz neue Wege im Umgang mit sensiblen Kund:innendaten, die wiederum eine unentbehrliche Basis für die Hörtechnologieforschung darstellen.
Die Rolle von KI bei weitergehenden Forschungsansätzen
Diagnose. Für die Bauform und Ausstattung eines Hörsystems sind Informationen über Gehörgänge von entscheidender Bedeutung. Heute geben 3D-Scans Aufschluss über deren physische Gestalt und Variabilität. Laut Paula Lopez Diaz, Wissenschaftlerin in Eriksholm, könne KI helfen, typische und relevante Merkmale zu benennen und Gehörgänge über Klassifizierungsmodelle verschiedenen Typen zuzuordnen. Es gelte herauszufinden, wie die Ohranatomie die Schallabgabe der Hörgeräte beein-flusst, um diese dann optimal modellieren zu können. Das Ziel: eine echte, individualisierte Akustik.
Neugeborenen-Hörscreening. Dessen Einführung vor rund 20 Jahren war ein echter Gamechanger. Hörprobleme können seitdem früher erkannt und behandelt werden, was für die Entwicklung von Sprache und kognitiven Fähigkeiten von Babys entscheidend ist. Laut Wissenschaftlerin Heidi Bliddal Borges gibt ein automatisierter Schnelltest erste Hinweise auf eine mögliche Höreinschränkung. Dann erfolge die weitere Diagnostik mittels EEG, also der Messung von Hirnsignalen, während bestimmte Töne eingespielt werden. Dieses Verfahren sei laut der Expertin jedoch störanfällig und die Ergebnisse schwer zu interpretieren – mit möglicherweise folgenschweren Konsequenzen für die Babys. Ziel sei es, KI-Modelle zu erstellen, die dieses Verfahren weniger fehleranfällig machen – und vor allem noch leichter anwendbar für Kliniker:innen.
Weitere Details und Einsatzgebiete von KI in der Hörversorgung finden Sie in diesem Video.
Dafür steht Eriksholm
Oticon setzt auf neueste Technologien und erweitert kontinuierlich seine Produktpalette, um Nutzer:innen das bestmögliche Hörerlebnis zu garantieren. Das Forschungszentrum Eriksholm, in dem zu diesem Zweck das Know-how aus aller Welt zusammengeführt und für die Entwicklung fortschrittlicher Lösungsansätze genutzt wird, steht beispielhaft für moderne und nutzerorientierte Hörsystemforschung. Damit wird Oticon auch künftig Maßstäbe in der Branche setzen. Weitere Informationen zum Forschungszentrum Eriksholm finden Sie hier: https://www.eriksholm.com/.